Der Angriff gehört mit Sicherheit zu den eher seltsamen der Militärgeschichte. Das Regime der Islamischen Republik Iran feuerte am Montag ein Dutzend Raketen ab auf den Golfstaat Katar, die die dortige US-Basis treffen sollten, aber letztlich natürlich auch gegen das ganze Land gerichtet waren. Gleichzeitig taten die Iraner alles, damit dieser Angriff möglichst keinen Schaden anrichtet. Sie warnten sowohl Katar als auch die USA vor den Raketen, und schickten nur ein Dutzend. Der iranische Präsident Massud Peseschkian rief auch gleich am Montagmorgen den Emir von Katar an und entschuldigte sich für das Malheur. Sogar Donald Trump blieb milde gestimmt, bedankte sich für die „frühe Benachrichtigung“ und sagte letztlich: Schwamm drüber.

Wenig später vermittelte der Beschossene – Scheich Tamim bin Hamad Al Thani – dann noch den Waffenstillstand zwischen Israel und Iran. Es ist, wie gesagt, ein eher schräges Kapitel der Militärgeschichte.

Etwa 10 000 US-Soldaten sind in Katar stationiert

Das aber auch zeigt, wie schwierig die Rolle Katars ist, eines kleinen Emirates, das sich seit vielen Jahren als großer Vermittler sieht, der grundsätzlich mit jedem kann. Es beherbergt die größte Luftwaffenbasis der USA im Nahen Osten, mit 10 000 Soldaten. Und auch die Führung der Hamas, deren politischen Arm zumindest. Das alles führt zu weltweit beachteten Erfolgen, wie die Geisel-Verhandlungen zwischen Israel und der Hamas, die im November 2023 fast 100 Geiseln die Freiheit brachte. Katar wurde aber auch oft vorgeworfen, die Hamas mit Geld zu unterstützen. Der Emir ließ stets kontern: Alle Zahlungen seien mit Israel abgestimmt gewesen.