Unbekannte haben in der Nacht zum Dienstag eine israelische Flagge mit roten Händen beschmiert und anschließend am Obelisken auf dem Münchner Karolinenplatz gehisst. Das verunglimpfte Symbol des jüdischen Staates hing damit in Sichtweite des israelischen Generalkonsulats – und am Tatort des Terroranschlags, der im vergangenen September auf die konsularische Vertretung verübt worden war.

Polizisten auf Streife entdeckten die mit Farbe beschmierte Flagge gegen 1.15 Uhr und nahmen sie sofort ab. Die Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren wegen Verletzung von Flaggen und Hoheitsabzeichen ausländischer Staaten ein. Das Strafgesetzbuch droht dafür Geld- oder Haftstrafe von bis zu zwei Jahren an. Das Kommissariat 43 der Münchner Kriminalpolizei sucht Zeugen.

Die roten Hände sind ein mehrdeutiges und höchst umstrittenes Symbol, das immer wieder von propalästinensischen Aktivisten verwendet wird. Deren Ziel ist es nach eigener Deutung, auf das Blut hinzuweisen, das von Israel und indirekt von dessen Unterstützern vergossen werde. Es kann aber auch auf die blutigen Hände der Täter nach einem Lynchmord an zwei israelischen Soldaten in der palästinensischen Stadt Ramallah anspielen.