Es soll ja Zeiten gegeben haben, da zerbrachen am Streit über den Bundeshaushalt ganze Regierungen. Insofern muss man es wohl als gute Nachricht sehen, dass Lars Klingbeil am Dienstag vor der Presse sitzt und nicht nur die Finanzplanung der schwarz-roten Koalition für die Jahre 2025 bis 2029 verkündet. Nein, so berichtet der immer noch recht neue Finanzminister, die regierungsinternen Gespräche seien sogar sehr harmonisch verlaufen. Zwar hätten die Kabinettskollegen gerne 47 Milliarden Euro mehr ausgegeben als zur Verfügung gestanden habe. Am Ende aber, so die Botschaft, hätten sich alle der gemeinsamen Sache verschrieben.
Friede, Freude, Frohsinn in Berlin also – kein Wunder, denn noch nie standen einer neuen Regierung zu Beginn ihrer Amtszeit so viele Geldtöpfe zur Verfügung wie dem Bündnis aus CDU, CSU und SPD: Allein der Kernhaushalt soll dieses Jahr 503 Milliarden Euro umfassen, dazu kommen über zehn Jahre der mit 500 Milliarden Euro gefüllte Sonderetat für Infrastrukturinvestitionen, der Klima- und Transformationsfonds (KTF), die Reste des 100 Milliarden Euro schweren Bundeswehr-Sondervermögens sowie die Aussetzung der Schuldenbremse für Verteidigungsausgaben. Es ist ein Füllhorn, das seinesgleichen sucht.







