Es war der Beginn einer rätselhaften Serie: Die erste Leiche im Meer rund um die Balearen tauchte vor einem Monat auf. Am 18. Mai entdeckte die Crew einer belgischen Segelyacht einen leblosen Körper im Gewässer westlich der Insel Formentera.
Der Tote trug eine orangefarbene Schwimmweste, war jedoch an Händen und Füßen gefesselt. Ein zu Hilfe gerufenes Schiff der Guardia Civil barg die Leiche und brachte sie für gerichtsmedizinische Untersuchungen nach Formentera, berichteten die Zeitung Diario de Mallorca und ihr deutschsprachiges Schwesterblatt Mallorca Zeitung. Demnach wurden in den vergangenen Wochen mindestens vier weitere Leichen in ähnlichem Zustand in den Gewässern rund um die Balearen aufgefunden. Alle waren an Händen und Füßen gefesselt.
Die Guardia Civil hat eine umfassende Untersuchung eingeleitet, deren Ergebnis allerdings noch ausstehe, betonten Sicherheitskreise am Montag. Doch der Verdacht liegt nahe, dass die Todesopfer Migranten waren, die mutmaßlich von Menschenhändlern ermordet wurden. Womöglich wurden sie lebend über Bord geworfen und ertranken.
Insgesamt wurden seit Jahresbeginn mehr als 30 Leichen im Meer rund um die Balearen entdeckt, zuletzt am 4. Juni vor der Bucht Cala Jondal auf Ibiza. Die meisten der Toten sind wohl Opfer von Bootsunglücken. Doch die gefesselten Leichen sind kaum mit einem Unfalltod erklärbar, eher mit einem Serienmord.







