Der Plan des japanischen Premiers Shigeru Ishiba für den Dienstag wirkte zunächst wie ein Versprechen, an dem nicht zu rütteln war. Von Tokio würde Ishiba nach Amsterdam reisen und weiterfahren zum Nato-Gipfel in Den Haag und noch am selben Tag „bilaterale Treffen“ abhalten – so meldete es das Außenministerium in Tokio am Freitag. Ishibas Mission als höchster Vertreter des Nato-Partners Japan: „Mit den Nato-Verbündeten und anderen bekräftigen, dass die Sicherheit im euro-atlantischen Raum und im indopazifischen Raum untrennbar miteinander verbunden sind.“ Denn die Zusammenarbeit zwischen gleichgesinnten Ländern sei „wichtiger denn je“.

Aber dann sagte Ishiba am Montag Reportern, er überlege, doch nicht am Nato-Gipfel teilzunehmen. Er werde die Entscheidung davon abhängig machen, welche Regierungschefs der anderen drei Indo-Pazifik-Partner des nordatlantischen Verteidigungspakts kommen. Neuseelands Premier Christopher Luxon würde da sein, das war klar. Aber Australiens Premier Anthony Albanese und Südkoreas Präsident Lee Jae-myung hatten abgesagt. Also verzichtete auch Shigeru Ishiba auf die weite Reise in die Niederlande.

Joe Biden hatte die Partnerschaft gestärkt angesichts des geopolitischen Kräftemessens