In der Debatte über das Agieren des damaligen Gesundheitsministers Jens Spahn während der Pandemie hat sich die CDU-Spitze am Montag hinter ihren Parteifreund gestellt. Generalsekretär Carsten Linnemann sagte, Spahn habe „die volle Rückendeckung des Bundesvorstands der CDU Deutschland“. Der heutige Unionsfraktionschef habe in der Vorstandsitzung deutlich gemacht, dass auch er die Einsetzung einer En­quete­kom­mis­si­on im Bundestag anstrebe, in der es darum gehen solle, „grundsätzlich Transparenz zu schaffen, was man bei kommenden Krisen besser machen kann“.

Darüber hinaus habe Spahn ja schon mitgeteilt, dass er für eine Veröffentlichung des sogenannten Sudhof-Berichts ist, der die Vorwürfe gegen ihn enthält, sagte Linnemann. Außerdem müsse man sich immer wieder in die schlimme Lage damals zurückversetzen, „Stichwort Bergamo, Stichwort New York und vieles mehr“. Es habe im Lichte dessen im Bundesvorstand „eine ausschließliche Zustimmung für Jens Spahn“ gegeben, „dass er damals handeln musste“.

Dass Spahn damals handeln musste, bestreitet allerdings niemand. Es geht vielmehr darum, wie er gehandelt hat. Die ehemalige Justiz-Staatssekretärin Margaretha Sudhof (SPD) hat als Sonderermittlerin im Bundesgesundheitsministerium einen Bericht darüber erstellt, wie es zur extrem teuren Überschaffung von Masken in der Zeit Spahns als Gesundheitsminister gekommen ist. Er wurde vom Ministerium bisher unter Verschluss gehalten. Einige Auszüge sind aber schon bekannt – unter anderem durch Berichte von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR.