Eine Tätigkeit des österreichischen Nationaltrainers Ralf Rangnick, 66, beim Berliner Zweitligisten Hertha BSC kommt nicht zustande. Dies erfuhr die Süddeutsche Zeitung aus Quellen, die mit dem Vorgang vertraut sind. Demnach sagte Hertha-Präsident Fabian Drescher Rangnick in einem schon mehrere Tage zurückliegenden Telefongespräch ab. Zuvor hatte sich Rangnick – anders als von der Bild-Zeitung berichtet – nicht mit Drescher, sondern mit einem anderen, ranghohen Hertha-Vertreter in Wien getroffen. Für Rangnick wäre eine Zusammenarbeit mit Hertha BSC wohl grundsätzlich denkbar und auch attraktiv gewesen. Zu Verhandlungen kam es jedoch nicht. Die Hertha teilte auf Anfrage mit, sie kommentiere keine Gerüchte.

Das Interesse bestimmter Hertha-Führungskreise an Rangnick gründet auch auf dessen Erfolgen in Hoffenheim und Leipzig, die er aus unterklassigen Ligen in die Bundesliga führte. Beide konnten sich in der Folge dauerhaft in der ersten Liga etablieren. Dem Vernehmen nach ließ Drescher aber regelrecht Desinteresse an Rangnick erkennen. Drescher ist wie sein verstorbener Vorgänger Kay Bernstein tief in der organisierten Fanszene Herthas verwurzelt. Bernstein hatte den sogenannten „Berliner Weg“ zur Klub-Doktrin erhoben.