PfadnavigationHomePolitikDeutschlandTurbulenter Parteitag„Bin ich dabei, die Partei zu verlassen?“ – Ramelow hadert mit den LinkenVeröffentlicht am 19.06.2025Lesedauer: 2 MinutenBodo Ramelow auf dem Bundesparteitag der Linken in ChemnitzQuelle: Hendrik Schmidt/dpaZehn Jahre war der Linken-Politiker Bodo Ramelow Ministerpräsident in Thüringen. Nach einem Landesparteitag mit Kontroversen stellt er nun sehr grundsätzliche Fragen. „Wir wollen keine Partei der ‚besseren Menschen‘ werden“, schreibt er.Der langjährige Linken-Politiker Bodo Ramelow zeigt sich irritiert über den Wandel seiner Partei und spricht sogar von einem möglichen Bruch. „Heute ist mir beim Aufwachen ein Satz durch den Kopf gegangen, der mich nicht loslässt: Bin ich dabei, die Partei zu verlassen – oder verlässt meine Partei gerade mich?“, schrieb der frühere Thüringer Ministerpräsident und heutige Bundestagsvizepräsident in einem Beitrag auf seiner Website. Hintergrund ist ein turbulenter Linken-Landesparteitag im thüringischen Ilmenau am vergangenen Wochenende. Nach einer Kontroverse über Ämtertrennung wurde das Spitzenpersonal ausgetauscht. Ramelow kritisiert diverse Redebeiträge, so etwa die Forderung nach einem Kurswechsel der Landespartei, nach einer Fehleranalyse der zehnjährigen Regierungszeit der Linken und einem Einkommensdeckel für Abgeordnete. „Die Linke in Bewegung darf nicht zu einer Bewegungslinken werden, die sich selbst isoliert“, schrieb Ramelow. Parteiarbeit müsse Spaß machen. „Aber wir wollen doch keine Spaßpartei werden. Wir wollen auch keine Elitenpartei sein. Wir wollen auch keine Partei der ‚besseren Menschen‘ werden, sondern eine Partei, die an der Verbesserung der Lebensumstände für alle Menschen arbeitet! Nicht nur eine Partei, die sich bewegt, sondern eine Partei, die etwas bewegt – nämlich etwas zum Guten für jeden Menschen.“ Lesen Sie auchDer 69-jährige Ramelow hatte als eine der „Silberlocken“ zusammen mit Gregor Gysi und Dietmar Bartsch zum Erfolg der Linken bei der Bundestagswahl beigetragen und ein Direktmandat in Erfurt gewonnen. Die Partei hatte nach einem jahrelangen bundesweiten Tief binnen kurzer Zeit Boden gut gemacht und bei der Wahl im Februar 8,8 Prozent der Stimmen erreicht. Zugleich traten seit Jahresbeginn bundesweit Zehntausende neue Mitglieder ein. Bei dem Thüringer Parteitag hatten junge Mitglieder dominiert, die sich kritisch zu einigen Positionen des Vorstandes äußerten. In Thüringen hatte die Linke bei der Landtagswahl im Herbst mit 13,1 Prozent der Stimmen viel schwächer abgeschnitten als zuvor und war nach zehn Jahren in der Regierung auf die Oppositionsbank gewechselt.dpa/cvb
Bodo Ramelwo: „Bin ich dabei, die Partei zu verlassen?“ – Politiker hadert mit den Linken - WELT
Zehn Jahre war der Linken-Politiker Bodo Ramelow Ministerpräsident in Thüringen. Nach einem Landesparteitag mit Kontroversen stellt er nun sehr grundsätzliche Fragen. „Wir wollen keine Partei der ‚besseren Menschen‘ werden“, schreibt er.








