Eine Nacht im Mai 2024 in einem Gewerbegebiet im niedersächsischen Lohne. Anna Schubert zieht einen blauen Overall über, schultert eine Pressluftflasche und setzt eine Atemschutzmaske auf, wie man sie von der Feuerwehr kennt. Sie braucht diese Ausrüstung, denn sonst würde sie die nächsten Minuten mutmaßlich nicht überleben. Mit einem Klettergurt seilt sie sich ab in einen dunklen, neun Meter tiefen Schacht. Sie erinnert sich, während sie davon erzählt, an den Kot, der an den Wänden klebt. „Todeskot“, sagt sie, „eine Stressfolge.“ Schubert befindet sich an dem Ort, den sie die „Blackbox“ der Schlachthöfe nennt: eine Betäubungsanlage für Schweine, ein sogenannter CO₂-Paternoster. Darin werden die Tiere mit hochprozentigem Kohlendioxid betäubt, um bei der Schlachtung nichts zu spüren.
Prozess um Bilder aus dem Schlachthof: Ist die CO₂-Betäubung tierschutzwidrig?
Aktivisten sind in einen Schlachthof eingedrungen und haben Aufnahmen veröffentlicht, nun stehen sie deshalb vor Gericht.








