PfadnavigationHomeNewstickerDPAInfolinePolitik (Inland)Warnung vor Kita-Sterben in ostdeutschen BundesländernVeröffentlicht am 18.06.2025Lesedauer: 4 MinutenIm Osten Schließungen, im Westen Platzmangel - die Kita-Krise hat verschiedene Facetten.Quelle: Patrick Pleul/dpaSeit Jahren ist in Deutschland von einer Kita-Krise die Rede. Immer deutlicher wird: Es gibt nicht einen, sondern mindestens zwei Trends. Mancherorts fehlen Plätze, anderswo gibt es ein Überangebot.«Freie Kita-Plätze», «Wöchentliche Musikstunden, Waldtage und Ausflüge» - mit Aushängen an Laternenmasten und Flyern werben Kitas im Berliner Bezirk Pankow um Kinder. Anderswo ist die Lage bereits dramatischer: In sächsischen Großstädten wie Leipzig, Dresden oder Chemnitz werden Kitas geschlossen, weil es zu wenige Kinder gibt. Nach jahrelangem Aufbau von Kapazitäten und Meldungen über zu wenige Plätze droht mancherorts ein Kita-Sterben.«Die Gefahr eines Kita-Sterbens in den östlichen Bundesländern wird zunehmend real und ist regional eine große Herausforderung», sagt die stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Doreen Siebernik. Sie warnt vor den gesellschaftlichen Folgen und einem Dominoeffekt, den die Politik dringend verhindern müsse.Erst Platzmangel, jetzt Überangebot?Wie geht das zusammen mit den regelmäßigen Alarmmeldungen über eine Kita-Krise mit hunderttausenden fehlenden Betreuungsplätzen? Es kommt darauf an, wohin der Blick in Deutschland geht, denn bei dem Thema ist das Land in Ost und West geteilt, aber nicht nur - auch regional ist die Lage unterschiedlich.Das Bewusstsein bei allen wachse, dass die Problemlage in den westdeutschen Flächenländern eine völlig andere ist als in den östlichen Ländern, sagt Familienministerin Karin Prien auf Nachfrage. In den großen Städten sei die Situation wiederum anders, fügt die CDU-Politikerin hinzu.Studie: Rückbau «nahezu unumgänglich»Das bestätigt eine kürzlich vorgelegte Analyse des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW). «Der Osten befindet sich in einer Situation, in der ein Rückbau der Kapazitäten in den Kitas nahezu unumgänglich ist. Dies betrifft zwar verstärkt die Städte, ist aber auch in den ländlichen Gebieten der Fall», heißt es darin. Als Gründe werden sinkende Geburtenzahlen seit Mitte der 2010er Jahre genannt, bei gleichzeitig schon lange gut ausgebautem Betreuungsangebot.Im Westen habe der Geburtenrückgang erst in den 2020er Jahren eingesetzt. Aber auch hier seien inzwischen die Zahlen der unter Dreijährigen deutlich rückläufig, «sodass aus demografischer Sicht keine zusätzlichen Plätze mehr benötigt werden». Allerdings gebe es in Westdeutschland noch große Lücken zwischen der eigentlich von den Eltern gewünschten und tatsächlich realisierten Betreuung unter Dreijähriger. Die Elternwünsche nähmen außerdem noch weiter zu.Wegen Abwanderungsbewegungen in ländliche Gebiete mit «familiengerechtem