Nach dem Amoklauf an einer Grazer Schule mit zehn Todesopfern hat die österreichische Regierung eine Verschärfung des Waffengesetzes beschlossen. Ziel sei es, potenzielle Gefahren frühzeitig zu erkennen und den Zugang zu besonders gefährlichen Waffen deutlich zu erschweren, erklärte Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) nach einer Kabinettssitzung.

Das Mindestalter für den Erwerb von besonders gefährlichen Waffen wie Pistolen und Revolver wird von 21 Jahren auf 25 Jahre angehoben. Für andere Waffen wie Schrotflinten, die weiterhin ab 18 Jahren erlaubt sind, wird für die Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen ein verpflichtendes psychologisches Gutachten eingeführt. Zudem wird die sogenannte Abkühlphase beim erstmaligen Waffenkauf verlängert. Zwischen dem Kauf und der Aushändigung müssen künftig vier Wochen vergehen - bisher waren es drei Tage. „Mit den geplanten Verschärfungen setzen wir auf Prävention und Sicherheit“, sagte Stocker.

Vor gut einer Woche hatte ein 21-jähriger Österreicher an seiner ehemaligen Schule in Graz zehn Menschen und anschließend sich selbst erschossen. Das Motiv ist weiterhin unklar. Ermittlungen der Polizei ergaben jedoch, dass der Täter Schulmassaker und Amokläufer verherrlichte und ein intensiver Spieler von sogenannten Ego-Shootern war – einem Computerspiel-Genre, das aus der Ich-Perspektive gespielt wird.