Am Ende hätte er beinahe noch als Lyriker Furore gemacht. Der Pianist Alfred Brendel begann schon in den letzten Jahren seiner Bühnenlaufbahn damit, allerlei Alltagslustiges und natürlich Künstlerkomisches in lockere, dadaistisch anmutende Verse zu gießen. Als müsse er sich auf sein Altenteil vorbereiten. Aber nach seinem Abschied 2008 blieb ihm weit weniger Zeit, als er zunächst dachte. Als gefragter Vortragsreisender zog er weiterhin durch jene Säle, in denen er sich seit 1948, man glaubt es kaum, 60 Jahre lang öffentlich auf dem Bösendorfer und schließlich auf dem Steinway-Flügel auslebte und auch austobte.