Der gelbbraune und sechs Millimeter kleine Schaufelkäfer ist ein unscheinbares Insekt, das seinen Namen von seinen beiden weit nach vorne ragenden, breiten Oberkiefern oder Mandibeln hat. Prostomis mandibularis, wie sein wissenschaftlicher Name lautet, lebt vorzugsweise in faulendem Holz von absterbenden oder toten Eichen und anderen Laubbäumen, wie sie vor allem in urtümlichen Wäldern vorkommen. Deshalb zählen die Schaufelkäfer, die sehr selten und auf der Roten Liste als vom Aussterben bedroht eingestuft sind, zu den sogenannten Urwaldreliktarten.

Einer der Orte in Bayern, an denen Prostomis mandibularis dokumentiert ist, ist der Rainer Wald im niederbayerischen Donautal. Das hat jetzt die Auswertung eines groß angelegten Insekten-Monitorings ergeben, das schon 2023 in dem etwa 250 Hektar Waldstück stattgefunden hat. Beim Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV), dem Besitzer des Rainer Waldes, ist die Freude über den Nachweis groß. „Das Vorkommen des Schaufelkäfers weist darauf hin, dass der Rainer Wald seit langer Zeit zumindest in Teilen in einem naturnahen Zustand ist“, sagt Tarja Richter, Biologin und Insekten-Expertin beim LBV.

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