Das Orchester im Theater an der Wien scheint ein lebendiges Untier zu sein. Es atmet lang gezogene Klänge aus, produziert Dunkles, unheilvoll Leises, ist pausenlose eineinhalb Stunden in Bewegung. Was es da produziert, angeleitet vom Dirigenten Finnegan Downie Dear, dürfte das Böse sein, das im Unbewussten des ansonsten leutselig vergnügungssüchtigen Antihelden von Miroslav Srnkas neuer Oper „Voice Killer“ omnipräsent ist. Und den Mann dazu treibt, drei Frauen zu erwürgen.