Was ein Handballerkörper aushalten kann, ist eine wissenschaftlich nicht endgültig ausdiskutierte Frage. Ein besserer Proband als der Magdeburger Gisli Thorgeir Kristjansson lässt sich jedoch kaum finden. Mit den Aufzeichnungen der Verletzungen des Isländers, die er sich seit seinem Wechsel in die Bundesliga im Jahr 2018 zugezogen hat, ließen sich dicke medizinische Bücher füllen. Allein fünf schwere Schulterschäden zählen die Chronisten, zwei rechts und drei links. Die aufsehenerregendste Verletzung ereignete sich im Juni 2023.
Damals hat sich Kristjansson im Champions-League-Halbfinale gegen den FC Barcelona die Schulter auskugelt. Normalerweise bedeutet dies das sofortige Ende der sportlichen Aktivitäten, doch Kristjansson ließ das Gelenk einrenken und spielte tags darauf das Finale, warf sogar sechs Tore. Der Preis dafür: ein halbes Jahr Spielpause für den Schmerzensmann. Aber eben als Champions-League-Sieger.
Gesundheitsbelastung im Handball
„Man fühlt sich schon mal wie nach einem Verkehrsunfall“
Wie wichtig ist Regeneration im Handball? Sportarzt Alexander-Stephan Henze erklärt, welchen Risiken sich die enorm belasteten Handballprofis aussetzen – und wie die Olympiateilnehmer für die Terminhatz mit Verletzungen bezahlen.








