„Das ist ein Betrugsanruf“, sagt der Polizist in sein Headset. „Da müssen Sie keine Angst haben.“ Als wär’s bestellt gewesen, läuft am Freitagvormittag genau in dem Moment ein Notruf ein, als eine Journalistengruppe die neue Einsatzzentrale im Polizeipräsidium München betritt. Dem Anrufer, der einen der zahlreichen sogenannten Schockanrufe erhalten – und erkannt – hat, kann schnell geholfen werden. So soll’s auch sein.

Polizeipräsident Thomas Hampel hat die Einsatzzentrale zuvor das „Herzstück der Münchner Polizei“ genannt – hier laufen die Notrufe ein, von hier aus werden die Streifen zu ihren Einsätzen gelenkt, hier werden im Bedarfsfall über Überwachungskameras mögliche Tatorte beobachtet. 3,2 Millionen Euro hat der Umbau gekostet, und 15 Monate hat er gedauert. Das erscheint angemessen – immerhin datiert die letzte umfassende Sanierung der Einsatzzentrale aus dem Jahr 1996.

Zehn Arbeitsplätze gibt es jetzt in der Notrufannahme – jeder mit vier Monitoren ausgestattet, denn es geht längst um mehr als darum, Telefonate zu führen. Der Polizist kann auf seinen Bildschirmen sehen, welche Streifen in der Nähe sind, er kann Text eingeben – der dann automatisch an die Funksprecher im Nebenraum übermittelt wird, die mit den Streifen in Kontakt stehen. Er kann sogar, wenn der Anrufer seinen Standort nicht nennen kann, diesen über die sogenannte Advanced-Mobile-Location-Technologie metergenau orten und die Streife dorthin lotsen. Wenn notwendig, kann er auch Melderegister und andere Quellen nutzen, um etwa die Identität eines Anrufers festzustellen. Die Einsatzzentrale ist an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr besetzt.