Bei der Pressekonferenz der US-Ministerin für Heimatschutz in Los Angeles am Donnerstag meldet sich ein Mann. Es gibt gerade viele Fragen an Kristi Noem, deren Behörde mit ihrer Einsatztruppe ICE landesweit Immigranten abführt, die sie für illegal hält, derzeit vor allem in Kalifornien. Doch der Mann kommt nicht weit. Sicherheitsleute stürzen sich auf ihn, obwohl er sich deutlich hörbar vorstellte. „Hände weg!“, ruft er. „Ich bin Senator Alex Padilla, ich habe Fragen an die Ministerin.“

Die Uniformierten zerren ihn aus dem Raum, sie zwingen ihn auf den Boden und legen ihm Handschellen an. Sie halten ihn offenbar für einen möglichen Attentäter, dabei sitzt er seit gut vier Jahren für Kaliforniens Demokraten im US-Senat. „U.S. Senate“ steht auch auf seinem Shirt unter der Jacke. Eigentlich wollte er von Kristi Noem wissen, warum sie so übertreibe, und sich nach der Echtheit von Fahndungsfotos hinter ihr zu erkundigen. Solche Zweifel darf er als Mandatsträger aus dem Kongress durchaus äußern.

Auch andere Amtsträger mit Migrationshintergrund wurden zuletzt festgenommen

Stattdessen wird ihm das Wort abgeschnitten, Padilla wird auf den Boden gezwungen. Vermutlich hätte er auf diese Erfahrung gerne verzichtet. Doch so bekommt dieser amerikanische Politiker am eigenen Leib zu spüren, wie FBI und Secret Service zugreifen, wenn ihnen jemand verdächtig vorkommt. Alex Padilla wurde 1973 in Los Angeles geboren. Seine Eltern sind aus Mexiko eingewandert, wie Millionen andere Menschen. Er sitzt seit 2021 im Senat, als erster Latino aus dem Bundesstaat Kalifornien.