Alois Rainer schaut nach oben und staunt. „Große Bäume. Schöne Bäume“, sagt der Landwirtschaftsminister von der CSU. Und das gleich vor den Toren Berlins, im Tegeler Wald. „Was für tolle Bäume das sind.“ Neben ihm steht Gunnar Heyne, der Chef der Berliner Forsten, mit seinem Beagle. „Leider sind sie nicht mehr alle gesund“, wirft er ein. „Aber deshalb sind wir ja hier.“

Kameras sind aufgebaut, im Hintergrund rauscht die Autobahn Richtung Norden. Es ist Rainers erster großer Auftritt. Bisher hat er ein paar kurze Ansprachen gehalten, meistens musste er danach zügig wieder weg, manchmal geradezu fluchtartig. Hier aber ist er auf vertrautem Terrain, auf Waldboden. Schließlich ist Rainer, dem sein Parteichef Markus Söder den unglückseligen Titel „schwarzer Metzger“ angeheftet hat, auch Waldbesitzer, 18 Hektar im Bayerischen Wald. Was Bäume angeht, macht ihm keiner was vor. Und vier von fünf Bäumen geht es gar nicht gut.

Die neue Waldzustandserhebung liegt vor, Rainer will sie hier im Wald vorstellen. Es gibt wenige gute Nachrichten darin und viele schlechte. Die Fichte zum Beispiel hat sich etwas erholt. Das allerdings heißt auch nur, dass statt 17 nun 21 Prozent der Fichten keine verlichteten Kronen mehr haben. Vier von fünf Bäumen haben also Stress, und die Absterberate ist bei den Fichten am höchsten. Viele der kranken Bäume sind mittlerweile gestorben. Hingegen ist der Anteil der Kiefern ohne Krankheitssymptome gefallen, von 23 auf 20 Prozent. „Die Kronen der Bäume sind der Seismograf, wie gut es dem Wald geht“, sagt der Minister. Und dieser Seismograf schlägt auch hier aus, im Norden Berlins.