PfadnavigationHomeDebatteArtikeltyp:MeinungBiontechDas deutsche WirtschaftswunderVeröffentlicht am 12.06.2025Lesedauer: 3 MinutenMade in Germany: Ugur Sahin und Özlem Türeci mit Friedrich Merz bei der Verleihung des Deutschen NationalpreisesQuelle: Annette Riedl/dpaDie Biontech-Gründer zu ehren, steht Friedrich Merz gut an. Denn Deutschland hat viel zu selten solche grandiosen Erfolgsgeschichten zu erzählen. In den USA gibt es sie alle Tage, weshalb die amerikanische Wirtschaft auch so viel dynamischer ist.Wenn zwei Persönlichkeiten mit dem Deutschen Nationalpreis geehrt werden und der Bundeskanzler die Laudatio hält, dann markiert das den Gipfel der Anerkennung. Mit den beiden Gründern des deutschen Pharmaunternehmens Biontech, Özlem Türeci und Ugur Sahin, geht die Auszeichnung in diesem Jahr an ein Forscher-Ehepaar, das völlig zurecht gefeiert wird. Denn wir brauchen dringend mehr Stars wie diese beiden in der Forschung und in der Wirtschaft.Mit ihrem Erfolg bei der Entwicklung und Herstellung des Corona-Impfstoffs haben Türeci und Sahin ihr Start-up in kurzer Zeit zum internationalen Konzern ausgebaut. Das Vakzin hat Menschenleben gerettet – und es hat dem Ruf des Standorts Deutschland gutgetan. Doch Biontech ist keine Single-Product-Company. Jetzt steht der Kampf gegen den Krebs, diese Geißel der Menschheit, wieder im Vordergrund der Unternehmensaktivitäten, zumal der Absatz des Corona-Impfstoffs stark rückgängig ist.Bei Krebsmedikamenten forschen weltweit Pharmahersteller mit Hochdruck. Man erwartet, dass mit der beim Corona-Impfstoff bewährten mRNA-Technik bald sprunghafte Fortschritte erzielbar sind. In diesem auch wirtschaftlich vielversprechenden Feld ist Biontech einer der wenigen europäischen Mitspieler. Nachdem das Mainzer Unternehmen wie schon bei der Impfstoff-Entwicklung jetzt erneut mit einem finanzstarken US-Partner kooperiert, stehen die Chancen, wieder vorn dabei zu sein, nicht schlecht.Die beiden Biontech-Pioniere spielen mit hohem Einsatz. Schon in der Pandemie haben sie Risikobereitschaft gezeigt – und wurden belohnt. Ebenso wie ihre privaten Kapitalgeber, die riesige Milliardensummen eingesetzt haben, weil sie an den unternehmerischen Erfolg geglaubt haben. Zwar fördert auch der deutsche Staat Biontech mit Forschungsgeldern. Doch anders als viele etablierte Konzerne hierzulande setzen Türeci und Sahin vor allem auf privates Kapital, um rasch zu wachsen.Lesen Sie auchMit dieser marktwirtschaftlichen Orientierung stehen sie in der Tradition früherer Gründer, die in den Wirtschaftswunderjahren nach dem Krieg „Made in Germany“ ganz ohne Subventionen groß gemacht haben. Und dass an der Spitze des Unternehmens zwei Menschen mit Migrationshintergrund arbeiten, von denen einer weiblich ist, macht Biontech auch beim Thema „Vielfalt“ zu einem Vorzeigeunternehmen par excellence. Die Biontech-Pioniere zu ehren, steht Friedrich Merz gut an. Denn Deutschland hat heutzutage leider zu selten solche grandiosen Erfolgsgeschichten zu erzählen. In den USA gibt es sie alle Tage, weshalb die amerikanische Wirtschaft auch so viel dynamischer ist. Unternehmertum und Forschungsleidenschaft zu fördern, steht deshalb aus guten Gründen auf der Agenda der Koalition. Dass es dafür dringend bessere Rahmenbedingungen braucht, zeigt sich am Fall Biontech.So führte der allzu strenge Datenschutz der EU dazu, dass sich ausgerechnet dieser Hoffnungsträger genötigt sah, entscheidende Forschungstätigkeiten nach Großbritannien auszulagern. Auch deshalb droht hierzulande Stellenabbau, über den sich die Gewerkschaft beschwert. Zudem fehlt es in Europa und Deutschland an ausreichend Wagniskapital, weshalb Türeci und Sahin wie schon zu Corona-Zeiten auch jetzt wieder in den USA um Investoren buhlen mussten. Firmen wie Biontech stehen für die Hoffnung, dass ein wirtschaftliches Comeback Deutschlands möglich ist. Aber dafür muss die Regierung liefern. Und die Bevölkerung darf populistischen Umverteilungs-Politikern keinen Glauben schenken, die erfolgreichen Unternehmern mit noch höheren Steuern drohen.
Biontech: Das deutsche Wirtschaftswunder - WELT
Die Biontech-Gründer zu ehren, steht Friedrich Merz gut an. Denn Deutschland hat viel zu selten solche grandiosen Erfolgsgeschichten zu erzählen. In den USA gibt es sie alle Tage, weshalb die amerikanische Wirtschaft auch so viel dynamischer ist.








