PfadnavigationHomeICONISTNewsSelbstoptimierungKylie Jenner verrät Details ihres „Boob Jobs“ – aber warum wird sie dafür gefeiert?Veröffentlicht am 19.06.2025Lesedauer: 5 MinutenRund erneuert – und sie steht dazu: Kylie Jenner auf der Met Gala 2025 im Mai in New YorkQuelle: WWD via Getty Images/Lexie MorelandKylie Jenner, Kosmetikunternehmerin aus dem Jenner-Kardashian-Clan, verriet einem Fan ungewohnt offen, wie und von wem sie sich ihre Brüste machen ließ. Das stößt auf viel positive Resonanz. Weil endlich mal jemand offen darüber redet?Es war eigentlich nur ein längerer, nüchtern-technischer Satz, der die an Schönheit und Prominenz interessierte Öffentlichkeit gerade komplett durchdrehen ließ. Er lautet: „445 ccm, moderates Profil, halb unter den Muskel!!!!! Silikon!!! Garth Fisher.“ Es sind die Details einer Brustvergrößerung, inklusive Nennung des Chirurgen in Beverly Hills, öffentlich gemacht von der Frau, die sich den „Boob Job“ frisch machen ließ.Es ist natürlich nicht irgendeine Frau, die diese Angaben machte und derartige Reaktionen auslöste, sondern Kylie Jenner, 27, Schwester von Supermodel Kendall Jenner, Halbschwester unter anderem von Kim Kardashian, einst als Beauty-Unternehmerin („Kylie Cosmetics“) als jüngste „Selfmade-Milliardärin“ gefeiert – wobei das „Selfmade“ angesichts des familiären Hintergrunds bezweifelt werden darf. Zusammen mit ihrem Freund, dem Schauspieler Timothée Chalamet, bildet sie aktuell das It-Paar des Prominenten-Zirkus.Lesen Sie auchWie es zu dem ungewohnt offenen Bekenntnis kam? Ein weiblicher Fan Jenners hatte auf TikTok ein Video hochgeladen, in dem dieser Fan, Rachel Leary, in einem rosa Frotteebademantel in ihrer Küche sitzend vom runderneuerten Aussehen des Models schwärmte. „Es ist der perfekteste ‚Boob Job‘ aller Zeiten“, plaudert Leary in dem Video, das sie „persönlich“ an Jenner adressierte. „Sie sind zwar immer noch groß, aber egal, ob mit Implantaten oder mit Eigenfetttransfer – für mich ist es Perfektion. So sollen, mein Wunsch, auch meine Brüste aussehen.“Zwar hatte Jenner schon vor Jahren in der Reality-Soap „The Kardashians“ berichtet, dass sie sich bereits mit 19 Jahren die Brüste machen ließ – ein Jahr bevor ihre Tochter Stormy geboren wurde. Sie hatte damals auch gesagt, dass sie es bedauerte, mit den Operationen angefangen zu haben, kurz bevor sie ein Kind bekam (ihre Brüste seien auch vorher perfekt gewesen). Zu den Details jedoch hatte sich Jenner nie geäußert. Das ist nach der aktuellen Überarbeitung (alle paar Jahre muss das sein) nun anders. Von Bedauern gibt es (erst einmal) keine Spur mehr. Nur Fakten.Die bedeuten, kurz zusammengefasst: „ccm“ bezeichnet das Volumen des Implantats in Kubikzentimetern, also umgerechnet wie viele Milliliter Silikon in einem Implantat stecken. Das Profil (flach, moderat oder hoch) bestimmt, wie weit die Brust herausragen soll. „Halb unter dem Muskel“ beschreibt eine Technik, bei der die Silikonimplantate teilweise hinter dem großen Brustmuskel (Musculus pectoralis major) platziert werden, während der untere Teil des Implantats hinter dem Brustgewebe sitzt.Lesen Sie auchFür ganz Interessierte: Garth Fisher, der Schönheitschirurg aus Beverly Hills, der auch für das aktuelle Facelift von Kylie Jenners Mutter Kris zuständig war, erklärte, er habe bei der Patientin Jenner Junior Implantate der Natrelle-Linie des Herstellers Allergan verwendet. Beruhigend für die Fanbase dürfte sein, dass das Meiste, was Kylie Jenner machen ließ, absoluter Standard ist. Nichts Besonderes. Kylie Average, sozusagen. Lediglich bei der Größe des Implantats schert Jenner sichtlich aus.Wie die plastische Chirurgin Kelly Killien, ebenfalls aus Beverly Hills, dem Magazin „Allure“ erklärte, sind 445 ccm „ein relativ großes Implantat, das bei einer durchschnittlichen Frau etwa drei volle Körbchengrößen größer wäre“. Kombiniert man dieses Volumen mit der Breite eines Implantats, ergebe das – benannt nach der kurven betonten Verführerin aus dem Comicfilm „Roger Rabbit“ – einen „typischen Jessica-Rabbit-Look“.Dass es überhaupt zu den offenen Worten Jenners kam, lag daran, dass Leary in der Caption des Videos, das mittlerweile mehr als sieben Millionen Leute angeschaut haben, Jenner um Hilfe und Informationen anflehte: „Help a girl out @Kylie Jenner 🥺 I just want to know how to get them to sit like that, respectfully 🙏🏼😩 #fyp #foryou #kyliejenner #surgery“.Zur Verblüffung aller antwortete Jenner tatsächlich – mit den gewünschten Informationen und dem Zusatz: „Hoffe, das hilft (lol)“.Das wäre alles total banal (bitte diesmal von Sack-Reis-Vergleichen in den Kommentaren absehen), wenn Kylie Jenner nicht offensichtlich mehrere Zeitgeist-Nerven auf einmal getroffen hätte. Zum einen gibt sie der Illusion Nahrung, dass auch die größten Stars, in Wahrheit meilenweit entfernt, tatsächlich genau verfolgen, was ihre Fanbase treibt – zumindest in den Social-Media-Kanälen. Zum anderen, dass so ein Star nahbar ist und auf eine ehrliche Frage auch eine ehrliche Antwort gibt. Und womöglich sogar an einer Diskussion zu einem Thema interessiert ist, das – immer noch – nicht außerhalb des engsten Freundinnenkreises besprochen wird: Was man eben hat machen lassen? Wo? Was? Warum? Und: Wie?In dieser Hinsicht scheint die Aktion Jenners so etwas wie der – so nennen das Sportkommentatoren – „Brustlöser“ für ein Thema zu sein, bei dem es offensichtlich Redebedarf und Informationsinteresse gibt.Denn nicht nur das Video bekam Tausende von Likes, sondern es gab auch viele unter den Tausenden Kommentaren, in denen Frauen von ihren Erfahrungen mit Brust-OPs berichteten, natürlich TikTok-knapp: („Ich habe 425 ccm, Silikon, hohes Profil, auch halb unter den Muskel geschoben mit einem internen Bra. Und sie sehen ihren sehr ähnlich“; „Meine sind 550 ccm, hohes Profil...“).Lesen Sie auchUnd gefühlt jedes Frauenmagazin und Onlineportal erklärte daraufhin – guter Servicejournalismus – seinen Lesern mithilfe von ästhetischen Chirurgen, was genau die Angaben über ihren Eingriff bedeuteten.Dass Doktor Fisher – natürlich – gerade mit Anfragen von Frauen überschüttet wird, die den „Kylie Job“ von ihm wünschen, sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Er selbst zeigt sich geschmeichelt, will aber nicht weiter ins Detail gehen. Es sei schließlich keine „Kochbuch“-OP: „Jeder Patient ist einzigartig!“.